Pawel Gonta von Hapas Guitars

Hapas Guitars

Artikel aus 02|2018


Von Lankwitz in die Welt

Es ist schon komisch, dass ich durch laute, klassische Musik auf einen Handwerksbetrieb aufmerksam wurde, der sich seit drei Jahren in einer Werkstatt im ehemaligen Kraftwerk Steglitz an der Birkbuschstraße niedergelassen hat. Wer hätte gedacht, dass hinter diesem Klangteppich etwas so Besonderes wie E-Gitarren und E-Bässe von zwei coolen Typen in Handarbeit hergestellt wird. Robert Sola und Pawel Gonta, beide mit ausgefallenem Bartstyling, haben sich seit drei Jahren eine Marke aufgebaut, die von hier aus in die ganze Welt exportiert: Hapas Guitars!

So richtig lernen kann man das Handwerk eigentlich nicht, erzählt Robert, denn mit den Zupfinstrumentenbauern haben sie nur wenig gemein. Es ist eine Leidenschaft, die man irgendwann für sich entdeckt und die einen dann mit viel Einsatz und wachsender Erfahrung das schaffen lässt, was von Kennern geschätzt und begehrt wird. Dabei legen beide auf die handwerkliche Ausführung ebenso viel Wert wie auf die Ästhetik. So behalten sie sich aus Qualitätsgründen die Entscheidung darüber vor welche Hölzer, Farben und welches Styling verwendet wird. Individuelle Wünsche von Kunden werden nicht umgesetzt. Unter dem Namen „Hapas Guitars“ sollen nur Instrumente von bester Qualität und einem eindeutigen Design auf dem Markt erscheinen.

Jedes Holz hat eigene Eigenschaften

Die Nachfrage ist groß. Rund ein Jahr müssen Kunden auf ihr gewähltes Model warten. Um die Arbeit effektiver zu gestalten, werden die Arbeitsschritte dabei in Produktionsabschnitte gebündelt. Bei meinem Besuch waren es gerade die Bunde, die für die Einfügung der Stäbchen aus Edelstahl vorbereitet wurden. Zur Verarbeitung kommen meist Hölzer aus Asien wie Wenge oder Badank, Ahorn aus Kanada aber auch Esche aus einheimischen Beständen. Besonders wichtig ist deren gesundes Wachstum und die lange Lagerung. Jedes Holz hat dabei eigene Eigenschaften, die sich auf den Ton und die Resonanz auswirken und die den Vorlieben des Musikers entsprechen sollten.

Auch wenn Robert und Pawel hochwertige Gitarren in Kleinstserien anfertigen, ist ihre Philosophie sehr geerdet: Sie wollen ihre Gitarren für ganz normale Leute bauen, die sie mit Passion und Leidenschaft spielen. Genau so wie die beiden es gerne tun, wenn sie gerade mal nicht in ihrer Werkstatt anzutreffen sind.

Text und Bilder: Jutta Goedicke