Kiezmagazin Ferdinandmarkt

Thalia Kino

Artikel in der Ausgabe 02|2015


KIEZ-KINO MIT
50ER JAHRE FLAIR –

In einer Zeit, als Peter Alexander von den süßesten Früchten sang, die nur die großen Tiere fressen, die Mädels in Petticoats herumliefen, die Musik aus Jukeboxen kam und der Toast Hawaii ein kulinarischer Donnerschlag war, wurde das Thalia Kino in der Kaiser-Wilhelm-Straße 71 mit 704 vermutlich engen Sitzplätzen eröffnet. In schönster 50er Jahre-Architektur schuf der Architekt Klaus Müller-Rehm, der nach Kriegsende für die Entwicklung des modernen Wohnungsbaus in Berlin mitverantwortlich war, ein flachesGebäude aus Stahl, Beton und Glas.

Man schrieb das Jahr 1953! Noch waren die rund 2000 Wohnungen der DeGeWo, die das Kino heute einrahmen, nicht gebaut. Es stand sozusagen auf der grünen Wiese. Leicht hatten es Kinobetreiber nie, aber als das Kino 1979 nach langjährigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten kurz vor der Schließung stand, engagierte sich eine Bürgerinitiative für den Verbleib des Kinos im Kiez. Der damalige Kinobetreiber Peter Vollmann leitete daraufhin Umbaumaßnahmen ein, die es einerseits zu einem modernen Kinocenter mit 4 Sälen machte, die ihm andererseits aber die eigene Ästhetik der 50er Jahre bewahrte. Den einstigen großen Saal teilte er in vier unterschiedlich große Kinosäle mit insgesamt 395 Plätzen undstattete sie mit der neuesten Technik aus.

Seit 11 Jahren leitet Emanuel Fernandes das Kino. Es hat sich zu einem beliebten Familien-Kino entwickelt, in dem neben den aktuellen Kinofilmen auch künstlerisch anspruchsvolle Arthouse-Filme gezeigt werden. Spezielle Angebote zu vergünstigten Preisen gibt es für die Kinotage am Montag und Donnerstag sowie für den Familientag am Mittwoch. Bei gutem Sound in allen Sälen sitzt man in Saal 1 auf bequemen Komfortsesseln mit großzügigem Reihenabstand und einer Getränkeablage am Vordersitz. In den Sälen 3 und 4 ist esetwas enger aber ebenfalls sehr bequem. Auf Saal 2 sollte man allerdings vorbereitet sein, da dieser sich als kleinster Kinosaal Berlins rühmen kann.

Ganz in rotem Samt, mit nur drei Reihen und gerade 20 Sitzplätzen ist der Saal nichts für klaustrophobisch veranlagte Menschen. Unter dem Motto „Berlinale goes Kiez“ wurde das Thaila Kino im letzten Februar durch die 65. Berliner Filmfestspiele geadelt. Der „fliegende rote Teppich“ brachte für einen Abend mit dem Berlinale-Special-Film “Love & Mercy” schwarze Limousinen, Prominenz und Blitzlicht-Gewitter nach Lankwitz. Aber auch ohne roten Teppich kann man hier sein ganz persönliches Event feiern: Spezielle Angebote für Kinder- oder Jugendgeburtstage sowie die Vermietung eines der Säle für private Veranstaltungen oder Sondervorstellungen für Kitas, Schulen usw. sind jederzeit möglich.

Thalia Kino
Kaiser-Wilhelm-Straße 71
12247 Berlin
Platzkartenreservierung
unter 030 / 7743440
täglich ab 10:00 Uhr


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Thalia Kino, Lankwitz
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Thalia Kino in Lankwitz